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Das wird 2027 teurer: Deutschlandticket, Tabak, Alkohol und Zucker

Mehrere Preise steigen zum Jahreswechsel oder im Laufe des Jahres 2027. Fest steht die Erhöhung beim Deutschlandticket, die Tabaksteuer hat der Bundestag beschlossen. Höhere Alkoholsteuern, eine Zuckersteuer und eine Plastiksteuer sind geplant. Beim Krankenkassenbeitrag gibt es dagegen vorerst Entwarnung.

Stand: 18. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit · Redaktion Liora Finance

Für viele Haushalte wird 2027 an mehreren Stellen teurer. Nicht alles ist schon beschlossen: Einige Erhöhungen stehen fest, andere befinden sich noch im Gesetzgebungsverfahren. Ein Überblick mit dem jeweiligen Stand.

Änderung Ab Stand
Deutschlandticket 66,80 € statt 63 € 1. Januar 2027 festgelegt
Tabaksteuer Erhöhung in vier Stufen bis 2030 1. Januar 2027 vom Bundestag beschlossen
Alkoholsteuer +20 % auf Spirituosen, Sekt, Alkopops 1. Januar 2027 geplant
Zuckersteuer 26 bzw. 32 Cent pro Liter 1. Juli 2027 vom Kabinett beschlossen
Plastiksteuer 550 € pro Tonne Verpackungskunststoff Juli 2027 geplant

Deutschlandticket: 66,80 Euro im Monat


Das Deutschlandticket kostet ab dem 1. Januar 2027 66,80 Euro statt 63 Euro im Monat. Den neuen Preis hat der Koordinierungsrat von Bund und Ländern am 30. September 2026 festgelegt. Aufs Jahr gerechnet sind das 45,60 Euro mehr. Das Jobticket steigt auf 63,46 Euro, das Deutschland-Semesterticket auf 40,08 Euro.


Erstmals beruht die Anpassung auf einem festen Kostenindex, den die Verkehrsministerkonferenz im März 2026 beschlossen hat. Er berücksichtigt Personal-, Energie- und allgemeine Kosten und wird jedes Jahr neu berechnet. Der Preis für das Folgejahr steht damit künftig jeweils bis Ende September fest.


Tabak: höhere Steuer in vier Stufen


Der Bundestag hat am 15. Oktober 2026 eine Erhöhung der Tabaksteuer beschlossen. Sie steigt in vier Stufen jeweils zum Jahresbeginn von 2027 bis 2030, bei Zigarren, Zigarillos, Pfeifen- und Wasserpfeifentabak erst ab März 2027. Betroffen sind auch Liquids für E-Zigaretten. Der Bundesrat muss sich noch damit befassen. Wie stark die Preise im Handel steigen, hängt von den Herstellern ab; nach dem ursprünglichen Regierungsentwurf sollte eine Packung mit 20 Zigaretten 2027 im Schnitt rund 8,77 Euro kosten, die beschlossene Fassung fällt noch etwas höher aus.


Alkohol: 20 Prozent mehr Steuer auf Spirituosen und Sekt


Im Entwurf des Haushaltsbegleitgesetzes 2027 sieht die Bundesregierung vor, die Alkoholsteuer auf Spirituosen sowie die Schaumwein-, Zwischenerzeugnis- und Alkopopsteuer jeweils um 20 Prozent anzuheben. Zwischenerzeugnisse sind etwa Likörweine wie Portwein oder Sherry. Bier und Wein sind nicht betroffen. Beim Schaumwein steigt die Steuer damit von 136 auf 163 Euro je Hektoliter, umgerechnet rund 20 Cent je 0,75-Liter-Flasche. Das Gesetz ist noch nicht verabschiedet; der Finanzausschuss berät die Steuerteile im November.


Zucker: Steuer auf Softdrinks ab Juli


Ab dem 1. Juli 2027 sollen zuckerhaltige Erfrischungsgetränke besteuert werden: 26 Cent pro Liter ab 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter, 32 Cent ab 8 Gramm. Getränke, die nur mit Süßungsmitteln gesüßt sind, bleiben steuerfrei, ebenso reine Säfte, ungesüßte Schorlen sowie Milch-, Hafer- und Reisdrinks. Das Kabinett hat den Entwurf am 14. Oktober beschlossen, der Bundestag muss noch zustimmen. Was das für eine Cola bedeutet, erklärt ein eigener Artikel im Ratgeber.


Plastik: neue Steuer auf Verpackungen


Umwelt- und Finanzministerium haben einen Entwurf für eine Kunststoffverpackungsteuer vorgelegt. Vorgesehen sind 550 Euro je Tonne Kunststoff in Verpackungen ab Juli 2027. Zahlen sollen Hersteller und Importeure, Verpackungen aus Recyclingmaterial können befreit werden. Für Verbraucher rechnet man mit Preiserhöhungen im Centbereich. Der Entwurf soll über die Koalitionsfraktionen in den Bundestag kommen und ist innerhalb der Regierung noch nicht abschließend abgestimmt.

Krankenkasse: durchschnittlicher Zusatzbeitrag bleibt bei 2,9 Prozent
Der Schätzerkreis der gesetzlichen Krankenversicherung hat am 14. Oktober 2026 errechnet, dass ein durchschnittlicher Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent für 2027 ausreicht. Ohne das Beitragssatzstabilisierungsgesetz wären es nach Angaben des Gesundheitsministeriums rund 3,8 Prozent gewesen. Jede Kasse legt ihren Satz aber selbst fest. Erhöht die eigene Kasse, besteht ein Sonderkündigungsrecht.

Was noch offen ist


Der Rundfunkbeitrag soll nach Empfehlung der zuständigen Kommission zum 1. Januar 2027 von 18,36 auf 18,64 Euro im Monat steigen. Dafür müssen die Länder einen Staatsvertrag beschließen, dem alle 16 Landtage zustimmen. Der CO2-Preis auf Heizöl, Gas und Kraftstoffe bleibt 2027 dagegen auf dem Niveau von 2026; der Bundestag hat die entsprechende Änderung am 15. Oktober beschlossen.


Was das für das Haushaltsbudget bedeutet


Für die meisten Haushalte summieren sich die Änderungen eher zu einem zweistelligen als zu einem dreistelligen Betrag im Jahr. Wer allerdings täglich pendelt, raucht oder regelmäßig Softdrinks kauft, spürt die Erhöhungen deutlicher. Ein Blick auf die festen Ausgaben vor dem Jahreswechsel lohnt sich, etwa mit einem digitalen Haushaltsbuch wie Liora Finance, das Abos, Tickets und wiederkehrende Kosten gesammelt zeigt.

Keine Steuer- und Rechtsberatung
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung. Verbindliche Auskünfte geben Steuerberaterinnen und Steuerberater oder Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte.

Quellen

Liora Finance
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